Technische Einordnung
Als Elektroniker mit jahrzehntelanger Erfahrung lässt sich die Technik allerdings nüchtern bewerten.
Leere Leiterplatte (PCB) mit 4 Magnetchen
Ein elektronisch aussehendes Bauteil bedeutet nicht automatisch eine medizinische Funktion zu haben. Die abgebildete Platine
(PCB) nennt der Hersteller „PowerChip“! Es ist das tatsächliche Original, das ich zur Untersuchung möglichst sauber vom
Gel-Pad befreit habe. Die abgedeckten und künstlerisch verlegten Leiterbahnen enden alle im Kurzschluss und sind elektrisch
unbedeutend. Auch jede andere Leiterbahnführung wäre bedeutungslos.
Was heisst das, was man hier sieht? Damit elektronische Geräte arbeiten können, brauchen sie mindestens eine Batterie
bzw. eine Speisung. Dein Handy hat einen Akku drin und ausserdem aktive Bauteile wie Halbleiter, Widerstände, Spulen und
Kondenstoren. Diese fehlen hier komplett und ohne diese ist eine Magnetresonanzanwendung/-stimmulation ausgeschlossen.
Bei kritischen Fragen spricht der Erfinder von Piezo-Kristallen als Ersatz für eine übliche Speisung.
Auch diese sind nirgens vorhanden. Der Designer des PCBs hat sich Mühe gegeben und künstlerisch anmutende Leiterbahnen
mit blau abgedecktem Resist gezeichnet. Allerdings macht das Ganze absolut keinen Sinn - alles endet permanent im Kurzschluss.
Der PCB ist daher klar als Attrappe entlarvt - ohne Intelligenz, ohne eine erkennbare Wirkung, einfach nichts! Kunden erhalten
auf Electronic-Messen als Werbezweck oft solche GiveAway's. Auf den ersten Blick sieht der PowerChip startbereit aus, kann aber
gar nichts bewegen - wie ein Auto ohne Betriebsstoff.
Vier kleine Magnetchen (ca. 5 mm × 0,5 mm) auf der Rückseite der Folie sollen vermutlich eine Magnetresonanzanwendung/-stimmulation
erzeugen. Die magnetischen Kräfte wirken am stärksten zwischen den Magneten und treten geschwächt im näheren Magnetfeld auf.
Die Feldlinien sind lokal an die vier Scheiben‑Magnetchen gebunden und zeigen ausserhalb des Feldbereichs keine plausible
Wirkung. Eine Wechselspannung - oder eine sinnvolle Frequenz können sie keinesfalls erzeugen und stellen auch keine
„chemische Batterie“ als Nutzenergie dar.
Der „PowerChip“ bietet nirgens ein nachvollziehbarer Wirkmechanismus wie Magnetfeld- und Frequenztechnologie an.
Es deutet rein nichts darauf hin und beruht auf einer Wunschvorstellung bzw. Behauptung.
Ein paar Regentropfen auf das Dach eines Hauses wirken wahrscheinlich gleich.
Ein paar interessante Fragen bleiben noch offen. Wer sich genügemd informiert fühlt, springt direkt zum Fazit bzw.
Schlusswort meiner Recherche.
Was hier allerdings wirkt, kann nur die Erwartung im Kopf sein – nicht die Technik im Produkt!